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Letzter Öffnungstag der Ausstellung Josef Bücheler/Anja Kniebühler am 12.07.2020

Die aktuelle – aufgrund der Corona-Krise verlängerte – Ausstellung von Josef Bücheler und Anja Kniebühler im Stadtmuseum für Kunst und Geschichte Hüfingen nähert sich allmählich ihrem Ende. Letztmals wird sie am Sonntag, dem 12.07.2020 zu sehen sein.

“Papier dreidimensional”

Der Rottweiler Künstler Josef Bücheler und die Freiburger Künstlerin Anja Kniebühler beschäftigen sich beide auf unterschiedliche Weise mit dem spannenden und komplexen Werkstoff Papier.

„Meine Arbeiten entstehen spontan in der Auseinandersetzung mit dem Material“, erläutert Bücheler, der seine Werke in Hüfingen unter dem Titel ‘Papier dreidimensional’ präsentiert. „Das Material wird mitbestimmend für die räumliche Form, für Inhalt und Aussage meiner Objekte. Materialität und Immaterialität bilden die Pole meiner Arbeit.“ Papier, bunte Zeitungen, Weidenzweige, Seil, Leim, Grafit, Erde und Asche bilden die Ausgangspunkte seiner Werke, die, nicht zuletzt aufgrund ihrer formalen Reduktion und der Verwendung von sogenannten „armen“ Materialien, oft der Arte Povera zugeordnet werden.

Josef Bücheler wurde 1936 in Wiesbaden geboren. Einer Lehre als Tapezierer und Polsterer in der großväterlichen Werkstatt schloss sich eine Ausbildung zum Kunstglaser und Glasmaler an. Zeichnen und Schrift lernte Bücheler währenddessen in der Werkkunstschule Wiesbaden bei Johannes Boehland. Von 1959 bis 1962 absolvierte er ein Noviziat in der Benediktinerabtei St. Matthias, Trier. 1974 bis 1999 arbeitete er als Lehrer für Werken und Technik an der Maximilian-Kolbe-Schule in Rottweil. Arbeitsaufenthalte als Bildhauer und Lehrer im Entwicklungsprojekt Shanti-Dipshikha in Bangladesch prägten Josef Büchelers künstlerisches Schaffen. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Erich-Heckel-Preis des Künstlerbundes Baden-Württemberg im Jahr 1996, dem Kunstpreis der Stadt Donaueschingen 2011 und dem Preis der Kulturstiftung Rottweil 2016.

“Offensichtlich Papier “

„Mit meinen Arbeiten möchte ich an die Grenze der Wahrnehmung gehen“, sagt die 1967 in Freiburg geborene Malerin und Zeichnerin Anja Kniebühler. „Ich möchte nicht Wirklichkeiten abbilden, sondern dazu einladen, Assoziationen gleichzeitig zur eigenen Innen- und Außenwelt zu schaffen.“

‘Offensichtlich Papier’ lautet ihr Ausstellungstitel – klar, unumwunden und deskriptiv, doch fordert er zugleich subtil dazu auf, das nicht Offensichtliche in ihrem Werk zu entdecken.
Kniebühler arbeitet mit Ölfarbe, Tusche, Aquarell und unterschiedlichen Nadeln. Mittels der Letztgenannten erweitert die Künstlerin durch das scheinbare Zerstören des Papiers ihre Formensprache und erzeugt ein sich aus der Fläche erhebendes Relief, das sich abhängig Lichteinfall verändert und neue Bildräume schafft. Anleihen und Orientierungspunkte ihrer Bildsprache findet sie in der Pflanzen- und Tierwelt sowie in Alltagsgegenständen.