Ausstellung INGEBORG JAAG: Moden anno dazumal

Eine Zeitreise durch die Welt der Mode präsentiert Ingeborg Jaag vom 8. Oktober 2021 bis zum 2. Januar 2022 im Stadtmuseum für Kunst und Geschichte Hüfingen.
Nicht nur auf eine nostalgische Modenschau der von Jaag gefertigten Wachspuppen, gekleidet nach alten Stichen und Modezeichnungen der Jahre 1780 bis 1920 dürfen sich die Museumsbesucher*innen freuen, sondern auch auf Keilrahmenarbeiten, mit denen die bekannte Puppenmacherin die Entwicklung und Geschichte der Mode ab 1900 informativ und mit viel Liebe zum Detail aufzeigt. „Interessant fand ich, die Veränderung ab 1926“, so Ingeborg Jaag „durch das ‚kleine Schwarze‘ von Coco Chanel, von bodenlangen Roben, eingeengt in Corsagen, Spitzen und Seidenstoffen, vom ,Vorzeigeobjekt Frau‘ in der Jugendstilzeit, hin zum praktischen Outfit der heutigen Zeit einmal darzustellen.“
Auch Szenen, dargestellt mit Figuren aus der Geschichte Hüfingens, werden im Museum zu sehen sein, ebenso die Themen Bürgerwehr, Bürgerfrauen und Fasnachtszenen, katholische und evangelische Trachten der Baar und die aus der Biedermeierzeit nachempfundene Tracht Villingens. Einen Ausstellungsraum widmet Jaag frei modellierten Figuren und Kleidermodellen ab 1935.
Alle Puppen stellte Ingeborg Jaag in Gemeinschaftsarbeit mit ihrem Mann, dem gelernten Werkzeugmacher Herbert Jaag, her, der sein Geschick besonders in Bezug auf die Innengestelle der freistehenden Figuren sowie die mechanischen Arbeiten einbrachte.

Ingeborg Jaag wurde 1942 in Hüfingen geboren. Ein Highlight waren für sie die Tage als Kind hinter dem Ladentisch des Textilgeschäftes ihrer Großeltern, prägend für ihre Liebe zum Material Stoff und zum Thema Mode. Auf ihre Ausbildung zur Erzieherin in Gegenbach, in der sie bereits viel Freude am Werken hatte, folgten erste Modellierarbeiten, Stoffpuppen und Kasperleköpfe.
1964 heiratete sie nach Villingen, ab 1984 erstellte sie die ersten ihrer berühmten Fasnachtsfiguren. „Dann“, so Ingeborg Jaag „kam mir das Brautkleid meiner Urgroßmutter aus dem Jahr 1883 in die Hände. Begeistert von den vielen Haken, Ösen und Versteifungen kam ich auf die Idee, es zu zertrennen, zu vermessen und ein Schnittmustermodell daraus anzufertigen. Nach und nach entstand so die erste Modedame, für die ich dann Kopf und Hände im Wachsgussverfahren herstellte.“
Bald gesellten sich Puppen im Stil des Rokoko, des Empire, der Biedermeierzeit und des Historismus hinzu. Ingeborg Jaag, seit 2003 wieder in Hüfingen lebend, erhielt mehrere Auszeichungen bei „Eurodoll“-Puppenwettbewerben in Wiesbaden, Bregenz, Sindelfingen und Frankfurt.
Die Ausstellung wird am Freitag, dem 08.10.2021, um 19 Uhr in der Festhalle Hüfingen mit einem Künstlergespräch eröffnet. Zur Vernissage gibt es einen besonderen „Dresscode“ – die Gäste werden dazu eingeladen, in historischer Kleidung, mit mindestens einem nostalgischen Kleidungsstück oder Accessoire – oder mit Hut zu erscheinen.

Ausstellungsdaten:
INGEBORG JAAG: Moden anno dazumal – eine Zeitreise in die Welt der Mode
08.10.2021 – 02.01.2022
geöffnet sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung
Eröffnung am Fr, 08.10., um 19 Uhr, in der Festhalle Hüfingen. Es findet ein Künstlergespräch mit Ingeborg Jaag statt. Dresscode: ein nostalgisches Kleidungsstück oder ein Hut

Stadtmuseum Hüfingen, Nikolausgässle 1, 78183 Hüfingen, 0172/7210778, www.stadtmuseumhuefingen.de